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Die Sing- und Musikschule in der Sozialstation

Durch das Singen fühlen sich besonders Demenzkranke wieder jung. Plötzlich singen die Demenzkranken wieder ganze Strophen mit. Es sind traditionelle Lieder, die die älteren Damen und Herren einst in der Schule gelernt haben. So mancher Sänger wird dabei in frühere Zeiten versetzt. Die neue Singgruppe an der Sozialstation in Zusmarshausen ist schon jetzt ein Erfolg. Die Idee, mit alten Menschen zu singen, stammt von Musikpädagogin Dorothea Schulz. Den entscheidenden Anstoß für eine Kooperation mit der Sozialstation kam jedoch von Bürgermeister Bernhard Uhl, als Dominik Lehmeier in der Sitzung des Marktgemeinderates im Oktober seinen Jahresbericht vorstellte. Dabei berichtete er von der Zusammenarbeit mit der Grundschule und dem Kindergarten in Streitheim. Bürgermeister Bernhard Uhl stellte anschließend den Kontakt zur Geschäftsführerin der Sozialstation, Frau Martina Fischer her und bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, dass sich die Zusammenarbeit mit älteren Menschen lohnt.

Welche Wirkung das Musizieren auf die Seniorinnen und Senioren hat, das haben die alten Menschen eindeutig bewiesen. Die Lebensqualität wird vor allem bei Demenzkranken gesteigert. Für sie ist Musik besonders wichtig. Durch das Singen werden Erinnerungen wieder wach und alte Kontakte werden wieder hergestellt. Die Menschen, die in die Tagespflege in Zusmarshausen kommen, werden als Gäste bezeichnet. Ein Hol- und Bringdienst sorgt dafür, dass die Gäste rechtzeitig zum Frühstück da sind. Und so sieht dann der Tagesablauf aus: Nach dem gemeinsamen Frühstück gibt es ein Unterhaltungsprogramm mit Spielen oder Sitztänzen, es wird vorgelesen. Anschließend gemeinsames Mittagessen, danach folgt ein bisschen Ruhe, bevor es mit dem Unterhaltungsprogramm weitergeht. Besonderes Augenmerk wird auf das Gedächtnistraining gelegt. Dann werden die Gäste wieder nach Hause gebracht.

Momentan sind 16 Gäste in der Tagespflege. Betreut werden sie von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialstation Augsburger Land West sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern.Für die Senioren ist es ein besonderer Tag. Denn Bürgermeister Bernhard Uhl, jetzt auch Vorsitzender der Sozialstation, ist an diesem Nachmittag gekommen. Obwohl seine Frau behauptet, er hätte kein Talent für Musik, sang Uhl gleich zu Beginn beim Lied "Ein Vogel wollte Hochzeit machen" fröhlich mit. Bis ins hohe Alter wird hier gesungen. Es sind Lieder, die jeder von früher kennt und die Erinnerungen wecken. "Horch, was kommt von draußen rein" und "Mein Vater war ein Wandersmann" singen viele Senioren noch auswendig, ansonsten schauen sie in die Textbücher, die zu Beginn verteilt werden. Sie hat der Markt Zusmarshausen zur Verfügung gestellt. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Ratespiele, wie im Lied "Ein Männlein steht im Walde", wo es um die Hagebutte geht.Martha Stangel aus Adelsried und Theresia Eser aus Emersacker sind von Anfang an bei "Musizieren mit Senioren" dabei. Mittlerweile sind sie auch gute Freundinnen geworden. Für sie ist diese Stunde eine willkommene Abwechslung. Beide sind 88 Jahre alt, genießen den Dienstagnachmittag und fühlen sich beim Singen wieder jung. "Wir haben in der Schule viel gesungen - vom Wiegenlied bis zu Volksliedern."

Nicht nur singen können sie, beide jodeln auch noch, verrät Liselotte Klein, die Betreuerin. Tambourin, Schellenkranz, Rasseln und bunte Tücher bringen zusätzlich Bewegung ins Spiel. "Der heutige Tag ist eine richtige Bereicherung", sagen die beiden rüstigen Damen.
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